Johanna Sebus,

ein 17 jähriges Mädchen, stürzte sich, nachdem es seine Mutter aus den Fluten des im Jahre 1809 über seine Ufer strömenden Rheines gerettet hatte, von neuem in den Fluss, um eine Mutter und deren Kinder dem Tode zu entreißen. Dabei ging sie unter.

Dieses Denkmal ist zu ihrem Gedächtnis im Jahre 1811 errichtet worden.

So lautet der Inhalt der in französischer Sprache angebrachten Inschrift auf dem weithin bekannten Denkmal in Wardhausen. Am 10. April 1809 wurde die Leiche des tapferen Mädchens nach Abfluss des Hochwassers in der Rinderner Feldmark gefunden und auf dem dortigen Friedhof in einem Ehrengrab in der Nähe des Chores der alten Kirche beigesetzt.

Durch den Bau der größeren neugotischen Kirche im Jahre 1872 wurde das Grab in den Kirchenraum einbezogen. So befindet sich jetzt ihre letzte Ruhestätte vor den Stufen des Altares.

Eine weiße Marmorplatte im Fußboden mit der Inschrift

HIER RUHT JOHANNA SEBUS * 28.12.1791 bis 13.01.1809

wurde bei der Erneuerung des Fußbodens vor einigen Jahren durch eine Dolomitplatte ersetzt, die nur noch den Namen und die Daten trägt.

Das 175. Gedenkjahr ihres Todes begann am Sonntag, dem 15. Januar 1984, mit einem feierlichen Gottesdienst dort in der Kirche zu Rindern an ihrem Grabe.

Johanna Sebus als Vorbild nehmen

Seine Excellenz Altbischof Heinrich Maria Janssen von Hildesheim hielt eine vielbeachtete Predigt. In einem leidenschaftlichen Appell rief er die zahlreichen Besucher des Gottesdienstes auf, Johanna Sebus nicht einfach mit Gedenkfeiern abzutun, sondern sie vielmehr als Vorbild zu nehmen, aus aller egoistischen Verstrickungen auszubrechen und für andere dazusein.

Wie Johanna hat Bischof Janssen am gleichen Tage, dem 28. Dezember, Geburtstag. Er wurde über dem selben Taufstein getauft und gehörte in seiner Kindheit und Jugend zur selben Kirchengemeinde. In seinem Bischofswappen trägt er in ihrem Gedenken die auf den Wellen schwimmende Rose, die in einem Kranz von zwölf Sternen das Denkmal in Wardhausen trägt. Diese Rose bedeutet eine Auszeichnung, die vom Kaiser Napoleon zum Tage seiner Thronbesteigung, dem 2. Dezember 1804, gestiftet wurde.Sie geht auf einen Brauch in der Picardie in Nordfrankreich zurück.

So sollte jedes Jahr an diesem Tage in allen Orten seines Herrschaftsbereiches diese Würde an ein Mädchen verliehen werden, welches wegen seiner Tugend und seiner Sittsamkeit von einem Wahlgremium dazu bestimmt wurde.

Neben einer Rose mit goldenen Blättern erhielt die Auserwählte einen goldenen Ring und eine Aussteuer.

In Kleve fand zum ersten Mal die Wahl im Jahre 1810 statt.

Johanna Sebus erhielt diese Auszeichnung gleichzeitig mit der Errichtung ihres Denkmals im Jahre 1811.

Währendessen ließ die französische Regierung das Haus ihrer Mutter wieder aufbauen.

Eine Platte mit lateinischer Inschrift, die sich heute in unserem Restaurant befindet,

weist auf diesen Umstand hin.

Johannas Mutter Helene (Geborene van Bentum) starb jedoch kurz darauf am 29. April 1812 im Alter von 58 Jahren.